Informationen zum «Betrieb von Drohnen»

Die gesetzlichen Bestimmungen

Das muss man beachten:

Drohnenpilote die Flugverbotszonen und Datenschutzvorschriften ignorieren, provozieren eine verschärfte Drohnen-Reglementierung durch das BAZL (BAZL=Bundesamt für Zivilluftfahrt). In den USA zum Beispiel, müssen seit Ende 2015 alle Drohnen ab 250g registriert werden. Die Schweiz wird wohl bald nachziehen. In gewissen Ländern sind Drohnen sogar generell verboten. Damit das Fliegen von Drohnen nicht immer mehr in Verruf gerät, ist jeder Drohnenpilot angehalten, die einschlägigen Regeln zu befolgen. Die wichtigsten Vorschriften (Stand Jan. 2016) für nichtgewerblichen Drohneneinsatz von Coptern zwischen 500g und 30kg. sind:

  • Direkter Augenkontakt zur Drohne. Der Einsatz einer Videobrille ist BAZL-bewilligungspflichtig, es sei denn, ein zweiter «Operateur» am selben Standort überwacht den Flug und kann auch in die Flugbewegung eingreifen. Ab einer Entfernung von 500m ist ein direkter Augenkontakt übrigens kaum mehr möglich.
  • Die Luftaufnahmen müssen Privatsphären- und Datenschutzbestimmungen einhalten. Militärische Anlagen und der Swimmingpool der Nachbarin sind tabu.
  • Ohne der entsprechenden BAZL-Bewilligung mindestens 100m Abstand zu einer Menschenansammlungen von mehr als 24 Personen.
  • Im Besitz einer speziellen Haftpflichtversicherung über mindestens 1 Million CHF Deckung. Normale Haftpflichtversicherungen schliessen den Modellflug meist aus.
  • Flugverbot im Umkreis von 5 km zu Flugplätzen und Pisten. Die Schweiz besitzt viele Helikopterbasen die ebenfalls dazu gehören.
  • 150m maximale Flughöhe in Bereichen von Kontrollzonen (CTR). Damit sind z.B. Anflugschneisen zu Flughäfen ausserhalb der 5km-Flugverbotszone gemeint.
  • Regionale Einschränkungen wie z.B. in Zermatt, wo folgendes gilt:
    Im Umkreis von 5 km um den Heliport Zermatt bedingt es einer Anmeldepflicht bei der Air Zermatt und einer Bewilligungspflicht bei der Air Zermatt. Ausserhalb der 5 km bedingt es einer Anmeldepflicht.

Die folgenden Links beantworten die Frage, wo in der Schweiz geflogen werden darf:

Auch zu beachten:

  • Begrenzte Sendeleistung für den Videodownlink gemäss Vorgaben des BAKOM's (BAKOM=Bundesamt für Kommunikation).
    2.4 GHz: Analoges Video < 10 mW, Digital < 100 mW
    5.8 GHz: Analoges Video < 25 mW, Digital < 500 mW
    Achtung: Gewisse Sender sind zwar zu kaufen, dürfen aber gemäss BAKOM nicht betrieben werden.
  • Gefahr von LiPo's=Lithium-Polymer-Akkumulator:  LiPo's haben ein hervorragendes Leistungsgewicht sind aber bei falscher Behandlung brandgefährlich: Eine Gefahr besteht bei Beschädigung, Überladung, Tiefentladen, zu hohen Ströme, Betrieb bei zu hohen oder zu tiefen Temperaturen und langem Lagern bei entladenem Zustand.
    Dabei kann sich der Akku aufblähen (Gasentstehung durch Zersetzung) und verpuffen und dabei entzünden. Auch der Kontakt mit Wasser ist zu vermeiden.

Vor jedem Flug sollte ein Preflight-Check stattfinden. Der beinhaltet u.a.:

  • Eine Abklärung, ob am gewählten Standort geflogen werden darf. Da generell um Flugplätze eine 5km Flugverbotszone gilt, sind einige Bergdestinationen wie z.B. Zermatt, Lauterbrunnen, Meiringen wegen Helikopterlandeplätzen, Militärgebirgsflugplätzen etc. ein NoGo bzw. ein Fliegen nur nach vorheriger Absprache mit dem jeweiligen Flugleiter möglich.
  • Aktuelle SW geladen? (Firmware von Drohne, Kamera, Intelligente LiPo's, iPad-App)
  • Alle Schrauben am Fluggerät fest angezogen?
  • Kein Materialbruch?
  • Voll geladene und unbeschädigte LiPo's? Fluggerät, Fernsteuerung, iPad etc.
  • Kompass-Kalibrierung am Fluggerät erfolgt?
  • Vergegenwärtigung der aktuellen Wind- und Wettersituation? Die Windgeschwindigkeit kann in 100m Höhe anders sein als am Boden.
  • Geeignete Flughöhe für Return-to-Home Funktion eingestellt?
  • Höhen- und Weitenbeschränkung eingestellt? Die Drohne muss auf Sicht geflogen werden und das ist je nach Umgebung schon ab 500m kaum mehr der Fall.
  • Ausreichendes GPS-Signal? In Häuserschluchten oder engen Bergtälern hat man üblicherweise nur ein schlechtes oder gar kein GPS-Signal. Beim Fliegen ohne GPS ist Vorsicht geboten.
  • Versicherungsnachweis der Haftpflichtversicherung dabei? Dieser muss auf Verlagen vorgewiesen werden können.
  • Vorsicht vor Interferenzen mit anderen Funksignalen in Ballungsgebieten wo sich verschiedene Geräte den selben Frequenzbereich teilen wie z.B. WLAN, Smart-Home-Haustechnik, Bluetooth, Bewegungsmelder.
  • Vorsicht bei Bauwerken mit viel Armierungseisen wie z.B. Parkdecks. Dies kann den Kompass stören und in bestimmten Flugmodi zu unkontrollierten Bewegungen der Drohne führen.
  • Wegen Verletzungsgefahr nicht in die drehenden Rotorblätter fassen.