Fachbeitrag «Trickfilmregie»

Von der Ideenskizze zu Exposé, Treatment, Drehbuch und Storyboard / Terminplanung

Ausformulierung der Filmidee

Bevor sie in z.B. AfterEffects ziellos herumwursteln, versuchen sie, ihren Film auf Papier zu entwerfen bzw. zu entwickeln. Ein Haus wird ja auch nicht einfach so gebaut, sondern aufgrund von Bauplänen eines Architekten. Ihre Offerte enthält nicht den fertigen Film, sondern ihre Filmidee in Form eines z.B. Treatments oder Storyboards.

  • Ideenskizze: Eine kurze Formulierung der Grundidee. Die Ideenskizze benennt die Hauptfigur und das Thema und beschreibt eine Art Prognose, in welche Richtung sich die Geschichte entwickeln soll. Manchmal besteht eine Ideenskizze nur aus einer Zusammenfassung der thematischen Recherchen.
    Beispiel: Um mehr Kontakte zu bekommen, kauft sich ein Mann einen Anrufbeantworter. Dieser verursacht Komplikationen, indem er eigene Ansagetexte spricht und von sich aus Leute anruft.
  • Exposé: Der Entwurf einer Story mit den zentralen Handlungsmomenten. Filmische Gestaltungsmittel bleiben dabei noch unberücksichtigt. Ein Exposé kann beispielsweise die Anfangsszene, die beiden Plot Points und die Auflösung beschreiben.
    Beispiel: Um mehr Kontakte zu bekommen, kauft sich ein junger Mann einen Anrufbeantworter. Er bekommt aber nur Absagen. Erst als der Anrufbeantworter einen eigenen Ansagetext macht, interessiert sich eine Frau für den Mann. Die beiden freunden sich an. Dann ruft der eifersüchtige Anrufbeantworter die Frau an und sagt ihr Gemeinheiten. Die Frau fühlt sich von dem Mann betrogen und bringt ihn um.
  • Treatment: (engl. „Abhandlung"): Eine Beschreibung der gesamten Geschichte, ohne Dialoge. Unter Umständen ist eine Darstellung der Szenenfolge sinnvoll.
    Beispiel: (Auszugsweise)
    Szene 1: Der Mann sitzt vor seinem Telefon. Ausgerechnet, als er auf dem Klo sitzt, verpasst er einen Anruf.
    Szene 2: Der Mann geht in die Stadt und kauft sich einen Anrufbeantworter.
    Szene 3: Der Mann studiert die Gebrauchsanleitung und spricht den Ansagetext.
    Szene 4: Der Mann geht in die Kneipe.
    Szene 5: Bekannte rufen an und sagen Verabredungen ab. ...
  • Drehbuch: Das eigentliche Drehbuch enthält eine detaillierte Beschreibung aller Szenen einschliesslich der Dialoge, Schauplätze, Requisiten etc. Im Zusammenhang eines medienpädagogischen Projekts ist ein klassisches Drehbuch häufig nicht erforderlich.
    Beispiel:
    SZENE 4: INNEN. ESSZIMMER - NACHT
  • Storyboard: Die Auflösung aller Szenen in filmische Einstellungen. Damit man dazu eine visuelle Vorstellung bekommt, wird zu jeder vorgesehenen Einstellung eine Skizze angefertigt. Über das Drehbuch hinausgehend enthält das Storyboard Regie und Kameraanweisungen und andere technische Details.

Beispiel für ein Drehbuch:

Beispiel für ein Storyboard:

Begriffserklärung: Szene - Einstellung
Während die Begriffe Einstellung und Sequenz sich auf eine Kontinuität der Beobachtung beziehen, die durch die Handhabung der Kamera bzw. durch die Montage entsteht, bezieht sich der Begriff Szene auf die Kontinuität der beobachteten Handlung – auf einen Zusammenhang von Zeit, Ort und Figuren, der manchmal eher aus dem Drehbuch als aus dem fertigen Film ersichtlich wird, oder erst im Kopf des Zuschauers entsteht, der versucht, auf eine Handlungslogik zu schließen.

Projektplanung

Für ihr Filmprojekt, insbesondere dann, wenn sie dies innerhalb eines Teams und unter Zeitvorgaben bewältigen wollen, sollten sie eine hinreichende Projektplanung vorsehen.

  • 1. Spalte:   Nummerierung
  • 2. Spalte:   Aktivitäten eines Projektes
  • 1. Zeile:  Zeitachse
  • Weitere Zeilen:  Die einzelnen Aktivitäten werden in den jeweiligen Zeilen mit einem waagerechten Balken visualisiert. Je länger der Balken, desto länger dauert die Aktivität. Sich überschneidende Aktivitäten werden durch überlappende Balken dargestellt.
  • Meilenstein:  Wichtiges Ereignis und Fixpunkt im Projekt. Z.B. Abgabe des Films