Fachbeitrag «Druckerserver»

Drucker zentral verwalten

1. Seitenbeschreibungssprache

Die Seitenbeschreibungssprache beschreibt den exakten Aufbau einer Seite, wie diese später von einem Drucker gedruckt aussehen soll. Mit Hilfe der Seitenbeschreibungssprache wird für eine zu druckende Aufgabe ein Datenstrom erzeugt, welcher dann an den Drucker gesendet wird.

Wenn ein Textprogramm ein Dokument ausdrucken soll, muss es dieses vorerst in eines der folgenden Formate (Seitenbeschreibungssprache)  umwandeln. Hier eine Auswahl:

  • PCL6 (Printer Command Language – Aktuelle Version 6) wurde von Hewlett-Packard mit dem Ziel entwickelt, alle Druckertypen über eine gemeinsame Standardsprache ansteuern zu können – Hohe Verbreitung
  • PostScript ist eine Seitenbeschreibungssprache, die in den frühen 1980er Jahren von Adobe Systems entwickelt wurde und auch heute noch als Druckerseiten-Beschreibungssprache Verwendung findet
  • XPS (XML Paper Specification) ist ein Dateiformat für Dokumente, das von der Firma Microsoft entwickelt wurde
  • HP-GL (Hewlett Packard Graphic Language) ist eine Seitenbeschreibungssprache zur Ansteuerung von Stiftplottern

(Übrigens: Im ASCII-Zeichensatz sind auch einfache Druckkommandos vorhanden)

In den Spezifikationen des jeweiligen Druckers ist nachzulesen, welche Seitenbeschreibungssprache er unterstützt.

2. Druckertreiber (Gerätetreiber)

Ein Gerätetreiber ist ein Computerprogramm oder Softwaremodul, das die Interaktion mit angeschlossenen Druckern steuert. Der Druckertreiber ist Druckerspezifisch und unterstützt die speziellen Druckereigenschaften wie z.B.:

  • Schwarz/Weiss oder Farbdruck
  • Druckeuaflösung in dpi (Dots per inch)
  • Randloses Drucken
  • Duplexdruck (Beidseitiger Druck)
  • Papierfächer

(Der Druckertreiber ist immer auf dem Client zu installieren, auf dem ausgedruckt werden soll. Nur so ist der Client in der Lage, die zu druckende Seite gemäss den Möglichkeiten des angeschlossenen Druckers darzustellen wie z.B. in der WORD-Seitenansicht)

Die aktuellen Druckertreiber sind üblicherweise auf der Webseite im Supportbereich des Druckerherstellers erhältlich.

2. Drucker in Kleinnetzwerken

Folgende Druckerlösungen sind im SmallOffice– und Privatgebrauch üblich:

  • An den eigenen PC/Workstation angeschlossenen lokalen Drucker mit z.B. USB-Schnittstelle (Früher RS232-Seriellschnittstelle oder Centronics-Parallelschnittstelle) Über eine Druckerfreigabe kann ein solcher Drucker über das Netzwerk anderen PC-Arbeitsplätzen zur Verfügung gestellt werden
  • An einen Druck-Server (Printserver) angeschlossenen USB-Drucker, der dank dem Druck-Server allen Netzwerkteilnehmern zur Verfügung steht
  • Ein netzwerkfähiger Drucker (Der Druck-Server ist quasi direkt im Drucker als Printserver-Modul eingebaut

(Jede dieser drei Lösungen hat seine Vor- und Nachteile wie Kosten, Verfügbarkeit, Stromverbrauch etc.)

Das folgende Bild zeigt einen einfachen Printserver, der üblicherweise im unteren zweistelligen CHF-Betrag erhältlich ist:

2.1 Druckerkonfiguration am Gerät über ein Bedienfeld

(Im Konsumerbereich zwecks Reduzierung der Herstellungskosten heute eher unüblich)

2.2 Druckerkonfiguration über einen im Drucker installierten Webserver

(Dazu benötigt man einen PC mit installiertem Webbrowser und ruft damit die Konfigurations-Webseite auf dem Drucker ab – Übliche IP-Werkseinstellung des Druckers: 192.168.1.1/24 Achtung: Der PC muss sich im selben Netz befinden)

2.3 IP-Adresse konfigurieren ohne Bedienfeld am Drucker und ohne Webserver

Die Netzwerkeinstellungen von gewissen älteren Druckern ohne Bedienfeld und Webserver lassen sich unter Umständen wie folgt konfigurieren:

  • Richten sie ein PC ein und wählen sie die IP-Adresse des PC’s so, dass seine Netzwerk-ID mit derjenigen der gewünschten Drucker-IP-Adresse übereinstimmt (Das heisst: Beachten sie, dass beide Geräte im selben Netz sind)
  • Notieren sie sich die MAC-Adresse der Druckernetzwerkkarte (Siehe den zwölfstelligen Hex-Code auf der Konfigurationsseite des Druckers oder dem Aufkleber an der Druckerrück- oder unterseite)
  • Im Konsolenfenster ihres PC’s tippen sie folgendes ein:
    arp -s <gewünschte Drucker-IP-adresse> <Drucker-MAC-Adresse>
    Überprüfen sie die Einstellung mit
    arp –a
    Ein allfällig falscher Eintrag kann so gelöscht werden:
    arp -d <IP-Adresse>
  • Setzen sie den Drucker mit einem «Drucker-Reset» zurück
    Reset der Druckernetzwerkkarte bzw. des Druckers gemäss Benutzeranleitung
  • Pingen sie den Drucker an, indem sie auf ihrem PC im Konsolenfenster folgendes eingeben:
    ping <gewünschte Drucker-IP-adresse>
  • Nun sollte ihr Drucker über seine neue IP-Adresse erreichbar sein (Mit ping überprüfen)

3. Der dedizierte Druckerserver

Druckserver als eigenständige Geräte nennt man dedizierte Druckerserver. Darunter versteht man die Serversoftware wie z.B. Windows Serveredition und die Serverhardware.

Die Aufgaben des Druckerservers

  • Drucker ohne Netzwerkschnittstelle übers Netzwerk verfügbar machen
  • Zentrale Verwaltung von Netzwerkdruckern
  • Spooling: (aufspulen) bzw. Abkürzung für Simultaneous Peripheral Operations On Line ist ein Vorgang im Betriebssystem, bei welchem zu bearbeitende Druckaufträge in einem Puffer im Speicher oder externen Datenspeicher gelagert werden, bevor sie der eigentlichen Verarbeitung (Datei zum Ausdrucken an den Drucker senden) zugeleitet werden
  • Bilden von Druckerpools: Ist ein Verbund von Druckern in einem Rechnernetz, unter denen Druckaufträge automatisch verteilt werden
  • Verteilen der Druckergerätetreiber an die Clients (PC’s)

3.1 Vorteile von Spooling

  • Zwischenspeicher: Meist ist die Festplatte schneller als das Ausgabegerät – Dadurch kann die Anwendung zügig fortgesetzt werden, indem der Druckjob auf die Festplatte geschrieben wird, ohne auf die Ausgabe warten zu müssen
  • Mehrfachnutzung von Geräten, da ein Spooler zahlreiche Aufträge für ein Drucker zwischenspeichern kann – Dadurch können sich z. B. mehrere Personen bzw. Prozesse einen Drucker teilen, ohne sich gegenseitig zu behindern
  • Bei einem Druckerausfall oder Druckerwartungsarbeiten kann der Druckjob trotzdem abgeschickt werden. Dieser verbleibt im Spooler des Druckerserves, bis der Drucker wieder Online ist

3.1 Vorteile von Druckerpools

  • Geringere Wartezeiten, wenn mehrere Druckaufträge gleichzeitig gesendet werden
  • Bei einem Druckerausfall oder Druckerwartungsarbeiten kann trotzdem gedruckt werden, ohne dass Benutzer einen anderen Drucker auswählen müssen

3.3 Druckerserver-Features im Überblick

Grundsätzlich bietet ein als Druckserver eingerichtetes Windows-Server-Betriebssystem dieselben Features wie die Druckerfreigabe in einem normalen Windows-Betriebssystem, abgesehen von der künstlichen Einschränkung der maximalen Anzahl von Netzwerkverbindungen bei Nicht-Servern.

Die wichtigsten Features:

  • In der Benutzung zeitliche und personelle Einschränkungen
  • Druckprozesse überwachen
  • Ausdruck verzögern
  • Eine Druckpriorität festlegen
  • Erstellen von Formularen
  • Bilden von Drucker-Pools