Begleitmaterial zum Unterricht M117 «Fallstudie MusterGmbH»

Projektarbeit Small-Office-Netzwerkverkabelung

Diese Fallstudie soll gemäss methodisch strukturiertem Projektablauf IPERKA realisiert werden. und die zu erstellenden Dokumente den formalen Anfoderungen genügen. Sie finden auf dieser Webseite entsprechende Hinweise dazu.

1. Ausgangssituation

Die Firma Muster GmbH arbeitet als Büro-Dienstleistungsbetrieb für kleine Handwerks-­betriebe und erledigt für diese die Korrespondenz, Rechnungsführung, Buchhaltung und den Telefonsupport. Damit sollen Handwerker unterstützt werden, denen das Wissen, die Zeit oder das erforderliche Personal fehlen.

Muster GmbH wurde bisher ohne vernetzte EDV betrieben. Ausserdem sind die vorhandenen Computer veraltet. Der neue Geschäftsführer Herr Muster wünscht sich, dass in Zukunft alle Mitarbeiter ihre Dokumente auf elektronischem Wege austauschen können. Zudem sollen ihnen auch sämtliche Drucker zur Verfügung stehen.

2. Rahmenbedingung

Es werden 5 neue Arbeitsstationen gekauft und installiert. Auf einen zentralen Server oder NAS wird aus Kostengründen verzichtet. WLAN kann optional in Betracht gezogen werden, soll aber nicht eine konventionelle Verkabelung ersetzen. Drei Drucker müssen für alle Mitarbeiter genügen. Ein Drucker soll farbig ausdrucken können (Farblaserdrucker), der zweite Drucker ist ein S/W-Laserdrucker und der wenig eingesetzte und bereits vorhandene Drucker des Chefs ist ein USB-Tintenstrahldrucker.

3. Erwartetes Resultat

Alle Arbeitsstationen müssen korrekt installiert sein. Die Verbindung ins Internet geht über ein ADSL-Modem/Router. Die Lage der Signaleinspeisung (Telefonbuchse) entnehmen sie der nachfolgenden Skizze des Gebäudegrundrisses. Die Geräte müssen alle dokumentiert werden. Die Kosten sollen sich in angemessenem Rahmen bewegen.
Die zu erstellende Projektdokumentation dient als Angebot auf eine öffentliche Projektausschreibung der Firma Muster GmbH. Den Auftrag erhält das Unternehmen, das durch seine Lösung konzeptionell, qualitativ, termingerecht und preislich überzeugen kann. Nicht die billigste Lösung gewinnt, sondern die, mit dem besten Preis-Leistungsverhältnis.

4. Sie sollen eine Dokumentation erstellen, die folgende Teile enthält:

  • Eine ca. 1..2 seitige Einleitung (Einführung in das Projekt. Erklärungen zu ihrer Lösung / Konzept)
  • Den logischen Plan (Logisches Layout der Muster-GmbH)
  • Den Verkabelungsplan (Verkabelung bzw. physikalisches Layout der Muster-GmbH)
  • Die Materialliste (HW/SW-Material- oder Stückliste inkl. Mengen- und Preisangaben)
  • Eine Kostenzusammenstellung (Gesamtkosten HW/SW und Arbeitsaufwand bzw. Engineering für die Umsetzung des Projekts Muster-GmbH)

Die Abgabe ihrer Arbeit erfolgt elektronisch in Form einer PDF-Datei und als doppelseitige farbige Papierkopie. Ihre Lösung wird bewertet. Es soll in Gruppen von 3 bis max. 4 Personen gearbeitet werden. Es stehen ihnen für die Erstellung dieses Projekts an der Schule ca. 5 Lektionen zur Verfügung. Die unterrichtsfreie Zeit soll auch genutzt werden.

4.1 Logisches Layout Muster GmbH

Das logische Layout kann auf verschiedene Arten gezeichnet werden. Im Gegensatz zur physischen Verkabelung hat das Layout mehr den Aspekt eines logischen Aufbaus. (Welche Elemente gehören logisch zusammen). In der Fachsprache nennt man dies Topologie. Topologie entspringt aus der Lehre von der Lage und Anordnung geometrischer Gebilde im Raum. In der Netzwerktechnik unterscheidet man zwei Arten von Topologie. Hinweise zum Unterschied zwischen einer logischen Topologie und einer physischen Topologie (=Verkabelungsplan) finden sie auf dieser Webseite im entsprechenden Fachbeitrag.

Aufgabe: Zeichnen sie das logische Layout der Muster GmbH. Achten sie darauf, das alle Geräte beschriftet sind.

4.2 Verkabelung Muster GmbH

Ein physikalisches Layout oder Verkabelungsplan entspricht der tatsächlichen Kabelführung. Oft ist nicht der kürzeste Weg der beste oder überhaupt der machbare. Auch die Ästhetik spielt eine wichtige Rolle. Ein sichtbares Kabel wird in einem Nebenraum geduldet, in einem Sitzungszimmer nicht geschätzt.

Aufgabe: Erstellen Sie anhand des folgenden Plans eine sinnvolle Verkabelung. Messen Sie die einzelnen Kabellängen.

(Bemerkung: Die Leitungen durch das Chefbüro, das Sitzungszimmer und Korridore/Gänge dürfen nicht sichtbar sein. Wände dürfen für Kabeldurchführungen durchbohrt werden. Ausser: Der Durchgang durch das WC kann wegen den Keramikplatten nicht realisiert werden. Jedes UGV-Kabel besitzt am Anfang und am Ende eine RJ45-Steckdose. Selbstverständlich dürfen sie die nachfolgende hochaufgelöste Skizze des Gebäudegrundrisses (5230Pixel x 3012Pixel) für ihren Verkabelungsplan verwenden. Klicken sie dafür auf das Bild und speichern sie es mit der rechten Maustaste auf ihren Notebook ab.)

4.3 Materialliste Muster GmbH

Eine Materialliste bildet die Grundlage für die Offerte, die Verrechnung und die Dokumentation und soll ungefähr folgendes Aussehen haben:

Aufgabe: Nehmen Sie einen Katalog oder suchen Sie im Internet nach geeigneten Produkten. Erstellen Sie eine Stückliste mit den Materialkosten und ein Kostenzusammenstellung für das gesamte Projekt.

(Bemerkung: Sicher kennen sie schon einige Lieferanten. Stellvertretend nun ein paar Internet-Adressen von in der Schweiz bekannten Anbietern. Ein Katalog eines solchen Lieferanten bringt oft mehr Übersicht und zeigt die Alternativen besser auf. www.arp.ch, www.rotronic.ch, www.digitec.ch, www.brack.ch, www.distrelec.ch, und weitere…)

 

5.0 Tipps zur Aufgabe „Fallstudie Muster GmbH“ (=Bewertungskriterien)

5.1 Einleitung (Text):

  • Diese Einleitung soll nicht die Stückliste oder technischen Zeichnungen ersetzten, sondern vielmehr ergänzen
  • Ihr Konzept glaubwürdig und technisch richtig erläutert (3..10 Zeilen)
  • Wahl der HW und SW aufgezeigt und begründet (3..10 Zeilen)
  • Wahl der Netzwerkkomponenten aufgezeigt und begründet (3..10 Zeilen)
  • Wahl und Art des Netzwerkzugangs, Internetdienstleisters aufgezeigt (2..5 Zeilen)
  • Umsetzung (Realisierung/Ablauf/Dauer der Arbeiten HW & SW) skizziert (3..10 Zeilen)
  • Sprachlich einwandfreie Formulierung, allenfalls ergänzt mit Illustrationen

5.2 Logisches Layout (Zeichnung):

  • Layout semantisch richtig darstellen (Pro Netzwerkverbindung eine Linie zeichnen)
  • Gerätebezeichnungen für PC’s, Switch’s und Router (Hostname)
  • Internetzugang einzeichnen
  • Die bestellte Anzahl PC’s und Drucker
  • Der bestehende USB-Inkjetdrucker des Chefs soll neu für alle Büroangestellten über das Netzwerk verfügbar sein
  • Gerätebezeichnungen und Kabelführung identisch mit Verkabelungsplan

5.3 Verkabelungsplan (Zeichnung):

  • UGV-Verkabelung; Von RJ45-Steckdose zu RJ45-Steckdose
  • Pro RJ45-Steckdose eine Netzwerkkabelverbindung
  • Patchkabel: Von Steckdose zu Switch, PC, Drucker oder Router
  • Gerätebezeichnungen für PC’s, Switch’s und Router (Hostname)
  • Internetzugang über z.B. Swisscom-Telefonleitung
  • Die bestellte Anzahl PC’s und Drucker
  • Gerätebezeichnungen und Kabelführung identisch mit logischem Layout

5.4 Stückliste (Tabelle)

  • PC komplett und betriebsbereit (Was braucht es dazu alles? Tipp: HW/SW)
  • Die vom Kunden gewünschte Anzahl Drucker
  • Switch’s in genügender Anzahl
  • Switch-Portanzahl ausreichend und dem logischen Design bzw. Verkabelungsplan entsprechend
  • Internetzugangsgerät (xDSL bei z.B. Swisscom)
  • ACHTUNG: Monatlich wiederkehrende Kosten wie z.B. das xDSL Abo beim Provider gehören nicht in diese Stückliste
  • Genügende Menge an UGV-Kabel (Meterware)
  • Genügende Menge an Patchkabeln (Stückgut)
  • Genügende Anzahl an RJ45 Steckdosen (Auf- oder Unterputzvariante)
  • Genügende Anzahl Kabelkanäle für eine saubere und möglichst unsichtbare Kabelführung
  • Die Stückliste beinhaltet pro Artikel eine Positions-Nr., Bezeichnung, Eigenschaft, Preis pro Stück oder Meter, Stückanzahl oder Meteranzahl und Totalpreis pro Artikel
  • Am Ende der Stückliste der Gesamtpreis der HW
  • Für die Bestellung von ausreichend Kabelmaterial müssen die Kabellängen gemäss Verkabelungsplan ermittelt werden
  • Übereinstimmung mit dem logischem Layout und dem Verkabelungsplan was Stückzahlen und Geräteeigenschaften betrifft
  • Realistische Preise
  • Eine gute Stückliste gibt dem Lieferanten keinen Anlass zu Rückfragen

5.5 Kostenzusammenstellung (Tabelle):

  • Soll aufzeigen, wieviel das Projekt den Auftraggeber insgesamt kostet
  • HW, SW, Installationsarbeiten, Engineering etc.
  • Realistische Preise

5.6 Gesamteindruck des Dokuments:

  • Saubere, sofern dem besseren Verständnis dienlich, farbige Ausführung der technischen Zeichnungen
  • Achtung: An der Schule kann nur Schwarz/Weiss ausgedruckt werden
  • Das Dokument soll zusätzlich ein Titelblatt, ein Inhaltsverzeichnis und eine kurze Einleitung enthalten
  • Jede Dokumentenseite hat eine Kopfzeile und/oder Fusszeile mit Seitenzahl/Anzahl, Titel und Autorenangabe

5.7 Und ausserdem…

  • Der Lehrer ist ihr Coach. Wenn sie also einmal nicht mehr weiter wissen, zögern sie nicht, ihn um Rat zu fragen
  • Der Lehrer spielt bei dieser Projektarbeit aber auch die Rolle des Auftraggebers. Tun sie nicht das, was sie gerne verwirklichen möchten, sondern das, was sich der Kunde wünscht, vorstellt und schliesslich bei ihnen in Auftrag gibt und bezahlt. Sollte der Kunde unschlüssig sein, dürfen sie ihn gerne beraten
  • Erstellen sie regelmässig Daten-Backups (HD-Crash, Diebstahl etc.)
  • Stellen sie die jederzeitige Verfügbarkeit der Daten sicher. (Unerwartetes Fernbleiben von der Gruppenarbeit)
  • Geben sie ihre Arbeit zum vereinbarten Zeitpunkt und in der geforderten Form ab
  • Wer sich nicht daran hält, riskiert leider, Nachteile in Kauf zu nehmen – halt so wie im richtigen „Berufs“-Leben.