Begleitmaterial zum Unterricht M145 «WAN - Wide Area Network»

Weitverkehrsnetze

1. WAN-Theorie erarbeiten

Erarbeiten sie die Theorie und recherchieren sie zu folgenden Themen:

  • Wie unterscheiden sich WAN und LAN? Stichwort: «Weltweit», «Lokal begrenzt», «Langsam», «Schnell», «Privates Gebiet», «Öffentliches Gebiet»
  • Was versteht man unter «Last Mile» und welche Technologien kommen dort zum Einsatz?
  • Was bedeutet PoP?
  • Was bedeutet MPLS, PDH und SDH und wo wird es verwendet?
  • Was ist der Unterschied zwischen dem Core-Network und dem Access-Network?
  • Was versteht man unter SONET und welche Datenraten sind zu erwarten?
  • Was für eine Verbindungsart würden Sie empfehlen, wenn die Verbindung nur selten gebraucht wird und keine hohe Anforderung an die Übertragungsgeschwindigkeit gestellt wird?

Erstellen sie eine Zusammenfassung. (Sie finden z.B. auf dieser Webseite die entsprechenden Fachbeiträge)

2. WAN-Praxisarbeiten

2.1 WAN-Dienstleister

Da es schwierig ist, von Anbietern auf dem WAN-Markt wie z.B. Swisscom, Sunrise, Salt, UPC, British Telecom etc. konkrete Angebote für LAN-to-LAN Verbindungen zu erhalten – die Mitbewerber lassen sich nur ungern in die Karten schauen – können sie hier ein anonymisiertes Musterangebot für eine LAN-Interconnection herunterladen: Standortverbindung.pdf. Sie dürfen aber auch gerne selber auf dem Internet nach Angeboten suchen.

Es soll ein Geschäftsanschluss (KMU) realisiert werden, um zwei Firmen-Standorte zu verbinden (LAN-to-LAN Interconnection). Beantworten sie dazu die folgenden Fragen:

  • Welche Bandbreite kann erwartet werden, was wird zugesichert?
  • Unsere Büros sind auf Schloss Kyburg bei Winterthur. Ist der Service dort auch verfügbar?
  • Unser Partnerbüro steht in Paris, am Boulevard Saint-Germain. Wie sieht es dort aus?
  • Auf welchen Termin steht die Leitung?
  • Was wird es einmalig, was monatlich kosten?
  • Was ist die max. monatliche Ausfallszeit/Verfügbarkeit?
  • Gibt es Support bei der Inbetriebnahme der Dienste?
  • Welche Geräte muss ich als Kunde selber anschaffen und was wird geliefert?
  • Welcher Support 7h/24h/Telefon/vorOrt wird geboten?
  • Besteht bei Leitungsausfall Redundanz?
  • Was ist sonst noch von Interesse?

2.2 Projektarbeit «Copperlaw»

  • Dies ist eine bewertete Projektarbeit
  • Arbeiten in 2-er Gruppen – Bei ungerader Schüleranzahl eine Dreiergruppe
  • Dauer 3 Lektionen
  • Abgabe auf den Schulabgabeordner

Auftrag

Sie sind der Boss der Firma «STARWIRE». Ihre Firma beschäftig sich mit der Projektierung von IT-Netzwerken.

Sie haben soeben einen grösseren Netzwerkauftrag von der Firma «COPPERLAW» erhalten. Sie dürfen dabei netzwerktechnisch auf der «grünen Wiese» beginnen. Das heisst, dass sie keine «Vorgeschichte» mit zu berücksichtigen haben. (Für Server und PC’s/Notebooks ist übrigens ein anderes IT-Unternehmen zuständig)

Sie können davon ausgehen, dass das Gebäude der Firma «COPPERLAW» für eine universelle Gebäudeverkabelung UGV vorbereitet ist. D.h. die Ethernetverbindungen von den Arbeitstischen (RJ45-Steckdosen) zum Serverraum (Patchpanel) existieren bereits.

Ihre Arbeiten

  • Vorgehen nach IPERKA
  • Abklärungen bzw. Analyse der auftraggebenden Firma wie Anzahl Mitarbeitende, Abteilungen, Sicherheitsbedürfnisse etc.
  • Informieren auf dem Anbietermarkt von IT-HW und Diensten
    (Ein Angebot eines WAN-Dienstleisters haben sie bereits in der vorangegangenen Übung erhalten)
  • Subnetting ausarbeiten und IP-Adressen, Netzwerkmasken, Broadcastadressen und Netzwerkadressen angeben (Sie müssen hier keine Routingtabellen erstellen)
  • Bandbreitenabschätzung der Datenmenge Inhouse bzw. Datentransfer Zürich-London
  • Physikalisches und logisches Layout inkl. den Access-Point-Standorten
  • LAN-to-LAN Interkonnektivität in das logisches Design einzeichnen und den WAN-Zugang definieren
  • WAN-Dienste beschreiben (PoP, Standleitung, Internet, Sicherheit, QoS etc.)
  • WLAN-Konzept (Kanal, SSID etc.)
  • HW-Evaluation (Switches, AP’s Router etc.)

Ihr Auftraggeber, die Firma «COPPERLAW»

«COPPERLAW» ist eine Zürcher Unternehmensberatung mit Geschäftszweig in London. Die Firma ist mit Mandaten von schweizerischen und angelsächsischen Versicherungs- und Finanzdienstleistungsunternehmen betraut. Ihr oberstes Gebot ist «Diskretion», sowohl innerhalb wie auch ausserhalb der Firma. Die Firma ist ein typischer Bürobetrieb. Somit bewegen sich die Datenvolumen im normalen Rahmen. Am Hauptsitz in Zürich arbeiten 58 Personen. Die Londoner Filiale beschäftigt rund 51 Personen. Das Personal arbeitet an verkabelten PC’s. Für Tablets und Smartphones von Mitarbeitern und Gästen soll ein Gäste-WLAN eingerichtet werden. Dies darf aus Sicherheitsgründen nicht für produktives Arbeiten mit Notebooks verwendet werden und muss in einem separaten Netzwerk (eigene Netzwerkadresse) liegen.

Belegschaft und Abteilungen der Firma «COPPERLAW»
(Hinweis: Es ist jeweils eine Personal-Reserve von 10% einzuplanen)

  • Stabsdienste (16 Personen in Zürich, 15 Personen in London)
  • Finanzsektor (22 Personen in Zürich, 19 Personen in London)
  • Versicherungssektor (20 Personen in Zürich, 17 Personen in London)

Räumlichkeiten der Firma «COPPERLAW»

  • Die Firma verfügt an beiden Standorten (Zürich und London) identische Bürogebäude

(Grafik: Das baugleiche Stockwerk am Standort Zürich und London. Dieses Bild für die Dokumentation bzw. das physikalische Design/Verkabelungsplan verwenden - Rechtsklick / Grafik speichern unter...)

Netzwerkvorgaben und Mengengerüst für die Firma «COPPERLAW»

  • Für den Internetzugang am Standort Zürich wurde bereits die fixe IP 62.202.33.57/26 gebucht
  • Für den Standort London die fixe IP 139.59.67.22/26
  • Zürich-London: LAN-to-LAN Interconnection über WAN
  • DHCP-Server und Datenserver jeweils in Zürich und London
  • Das Datenarchiv ist in Zürich
  • Jede Abteilung erhält sein eigenes Subnetz
  • Es ist ein Gäste-WLAN-AP vorzusehen und so zu platzieren, dass überall Empfang ist
  • Die Benutzerverwaltung wird mit Directory Services bzw. Microsoft Activ Directory zentral gelöst
  • Die Firma bearbeitet an jedem Standort täglich ein Datenvolumen von max. 1GB, hauptsächlich in Form von Korrespondenz und Projektpapieren (Zwischen Zürich und London ist mit täglich ca. 10GB Datentransfer zu rechnen)
  • Sicherungskopien und Backup’s werden an beiden Standorten separat erstellt
  • Wichtige Geschäftsakten gemäss gesetzlicher Aufbewahrungspflicht werden in Zürich archiviert – Dazu werden von diesen Daten in Zürich täglich inkrementelle und wöchentliche Fullbackups erstellt (Die dabei zu erwartende Datenmenge zwischen London und Zürich beträgt für das wöchentliche Fullbackup ca. 30GB. Die inkrementellen Backups jeweils ca. 15% davon)
  • Mitarbeiter, insbesondere Aussendienstmitarbeiter, sollen auch ausserhalb der Büros einen sicheren Zugriff auf die Firmenserver haben, damit z.B. Home-Office möglich ist